Am Donnerstag konnte die unter Mithilfe von Schülerinnen und Schülern auf dem Dach des Altersheims "Ruhesitz" erstellte Solaranlage festlich eingeweiht werden.
Altersheim als Begegnungszentrum
Heimleiter Daniel Gysin freute sich, eine grosse Schar Interessierter begrüssen zu dürfen. So fanden sich Behördemitglieder der vier Verbandsgemeinden Beringen, Guntmadingen, Löhningen und Siblingen, wie auch Vertreter des Stiftungs- und Verwaltungsrates des Altersheims "Ruhesitz" ein. Aber auch Vertreter der Schule und die Fachleute, die das Jugendsolarprojekt begleitet bzw. daran gearbeitet hatten, waren anwesend. Nicht zuletzt war der Anlass auch bei Nachbarn und Bewohnern des Heims auf grosses Interesse gestossen. Daniel Gysin freute sich, dass das Altersheim im Zusammenhang mit Sonnenenergie und Umweltschutz vermehrt zu einem Begegnungszentrum werden durfte. So bekamen die Schülerinnen und Schüler, die die Anlage bearbeitet hatten, das Mittagessen und z.T. auch ihren Znüni im Altersheim. Lehrerschaft und Projektbegleiter haben für diese Anlage rechte Mehrarbeit auf sich genommen. Dass die Organisationen wie Jugendsolarprojekt, WWF, Firma Lutz und Herr Dino Tellenbach nebst Geld auch "human-power" zur Verfügung gestellt haben, wird vom Heimleiter dankbar erwähnt. So ist die finanzielle Belastung für den "Ruhesitz" in einem tragbaren Rahmen.
Gemeinschaft
Daniel Gysin betonte, dass er - trotz Umweltschutz - das Projekt dem Stiftungsrat nicht zur Realisation vorgeschlagen hätte, wenn nicht einige Faktoren mitgespielt hätten. Zum ersten erwähnt er, dass sich die Schule Beringen eingesetzt und Geld gesammelt hat. Der "Ruhesitz" sieht sich mit den Verbandsgemeinden sehr verbunden und erachtet es als wichtig, im gesellschaftlichen Leben präsent zu sein. Zudem ist zu beachten, dass unsere Menschen im "Ruhesitz" ein Zuhause gefunden haben. Sie leben hier und sind nicht isoliert, sondern mitten im Dorf. Der Heimleiter hofft, dass es den Schülern, die auf dem Dach gearbeitet haben, im Ruhesitz gefallen hat. Die Gemeinschaft wird auch damit unterstrichen, dass das Heim heute allen Anwesenden einen Aperitif serviert. Damit verbindet der Heimleiter auch den Dank an alle, die sich eingesetzt haben.
Keiner zu klein, ein Läufer zu sein
Schulleiterin Ursi Steinmann rollt die Vorgeschichte auf. Ohne die Kindergärtler und Primarschüler hätten die Realschüler sich hier nicht einsetzen und auf dem Altersheimdach arbeiten können. Die Schüler wurden dadurch aufgeschreckt, dass sie erfahren mussten, dass der Jaguar, der König des Dschungels, in Gefahr ist. Er hat mehr als die Hälfte seines Lebensraumes in Mittel- und Südamerika verloren. Der WWF und die brasilianische Regierung wollen 500'000 km2 Amazonas-Regenwald bis 2012 unter Schutz stellen. Ziel des WWF Schweiz ist es, ein Gebiet von der Grösse der Schweiz zu schützen. Am 10. September 2008 führten die Kindergärtler und Primarschüler einen Sponsorenlauf durch. Sie haben sich gleich mehrfach eingesetzt. Sie haben so viel als möglich Sponsoren aufgetrieben und haben während 10 Minuten so viele Runden als möglich zurückgelegt, mit dem Resultat, dass rund Fr. 30'000 zusammenkamen. Zwei Drittel davon wurden an das Amazonas-Projekt geschickt.
Mit dem Jugendsolarprojekt Erdöl sparen
1/3 des Sponsorenlauf-Ertrages blieben in Beringen mit dem Zweck, hier etwas für die Umwelt zu tun. Hier hakte der nächste Redner, Herr Remco Giovanoli vom Jugendsolarprojekt ein. Er stellt fest, dass das, was die Schüler gemacht haben, eine sehr gute Sache ist. Wir sind in Sachen Umweltschutz nicht machtlos. Mit den Sonnenkollektoren wird sehr viel Erdöl gespart. So wird die Anlage etwa 20'000 kWh pro Jahr leisten. Dadurch werden Jahr für Jahr ungefähr 2'000 l weniger Heizöl verbraucht. Dies führt zu einer grossen Menge an eingesparten CO2-Emissionen. Frau Alexandra Schuster, Vizepräsidentin des WWF Schaffhausen doppelt nach, dass unsere grösste Herausforderung ist, dass der Klimawandel gestoppt werden kann. Jeder Beitrag - auch diese Solaranlage - ist sehr wichtig.
Wertvolle Arbeit der Jugendlichen
Dino Tellenbach hat das Projekt als Fachmann begleitet. Er hat mit den Jugendlichen gearbeitet. Dies fing mit den Holzrahmen an, die in der Schule hergestellt wurden. Dann kamen die Arbeiten in der Werkstatt der Firma Lutz, wo es galt, Kupferbleche zu verarbeiten, Rohre zu biegen, alles zusammenzulöten und anschliessend sorgfältig zu reinigen. Er stellte fest, dass die Jugendlichen sehr lernfähig sind. Er musste ihnen erklären, wie sie vorzugehen hatten, dann wurde selbständig gearbeitet. Er hält auch fest, dass die allgemeine Feststellung, dass die heutige Jugend schlecht sei, gar nicht zutrifft. Die Jungen sind einfach anders. Während die Mädchen noch die restlichen Bleche etc. bearbeiteten, konnten die Knaben bereits auf dem Dach des Altersheims eingesetzt werden, wo sie ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellten. Am Freitagmittag der letzten Woche waren die Schüler fertig; sodann haben noch die Fachleute die Anschlüsse vorgenommen und dafür gesorgt, dass bei den Kollektoren alles richtig abgedichtet ist.
Besichtigung an Ort und Stelle
Die Anwesenden wurden eingeladen, die Solaranlage auf dem Dach des Altersheims zu besichtigen. Dieser Einladung wurde gerne Folge geleistet, und so konnten sich - nach dem Besteigen des Gerüstes - alle davon überzeugen, dass sehr gut gearbeitet worden war und sich die Anlage gut einfügt. Herr Lutz erklärte die Anlage im Keller, wo 2 je 1'000 l fassende Boiler mit Sonnenenergie beheizt werden. Die Bewohner im Altersheim können nun sehr umweltfreundlich duschen und baden.
Nachahmen erwünscht
Von den Fachleuten war zu erfahren, dass sich Solaranlagen auch sehr gut für Einfamilienhäuser eignen. Mit einer relativ kleinen Fläche von Sonnenkollektoren kann der Warmwasserbedarf eines Hauses gut gedeckt werden.
Dank
Nachdem die "halbe Schulklasse", wie die 5 Kinder von Vreni Winzeler bezeichnet werden, unter ihrer Leitung die Anwesenden ebenso schwungvoll verabschiedet wie am Anfang begrüsst haben, dankt Heimleiter Daniel Gysin nochmals allen, die zum Gelingen des Werkes, aber auch des heutigen Anlasses, beigetragen haben. In den Dank eingeschlossen wird auch die Mannschaft unter Küchenchef Bruno Teiler, welche die Gäste zum Abschluss bewirteten.
Markus Schwyn