Bewegter Kindergarten

Seit einigen Jahren ist der Gesundheitszustand unserer Kinder ein Thema. Untersuchungen und Aussagen von Lehrpersonen belegen, dass viele Kinder zu wenig Kraft haben, ungeschickt und übergewichtig sind. Deshalb wurde unter der Leitung des Turninspektorates auf das Schuljahr 2007/08 ein Projekt mit dem Namen „KindergartenSHbewegt“ ins Leben gerufen, das in ca. 20 Kindergärten im Kanton umgesetzt wurde. Die positiven Erfahrungen aus diesem ersten Projektjahr haben die Beringer Kindergärtnerinnen dazu bewogen in der zweiten Staffel an diesem Projekt mitzumachen.

Darum geht es

Kinder wollen sich bewegen…

Bewegung muss man Kindern nicht aufzwingen, sie ist ein Grundbedürfnis. Kinder besitzen in der Regel genügend Bewegungsimpulse für eine gesunde Entwicklung: Ihren Spiel-, Bewegungs-, Entdeckungs- und Gestaltungstrieb.

Immer wieder gehen Kinder mit Ausdauer und eigenem Antrieb an herausfordernde Bewegungsaufgaben heran: Von den ersten Greifbewegungen und den ersten Schritten, über Balancieren und Klettern bis hin zum Radfahren oder zum Purzelbaumschlagen.

Voraussetzung ist, dass Kinder eine herausfordernde Umgebung und genügend Zeit haben und dass sie bei ihrem Vorwärtsdrang nicht gehindert werden.

…aber viele Kinder bewegen sich zu wenig

Noch zu oft treffen Kinder mit ihren Bewegungsbedürfnissen auf Hindernisse: Auf das Unverständnis und die Verbote Erwachsener, auf wenig bewegungsfreundliche Umgebungsgestaltungen (innen und aussen) oder auf ablenkende Aktivitäten wie das Fernsehen. Andere Kinder stehen mit der Bewegung auf Kriegsfuss, etwa weil sie ungeschickt, gehemmt oder übergewichtig sind.

Der Bewegungsmangel von Kindern manifestiert sich folgendermassen:

Längerfristig ist damit auch das sportliche Entwicklungspotential dieser Kinder eingeschränkt und Bewegungsmangel erhöht die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für schwache Knochen.

Bewegung ist auch für die schulische Leistungsfähigkeit wichtig

Bewegungsförderung ist auch für die schulische Laufbahn wesentlich. Bewegung unterstützt die Entwicklung von Kompetenzen, die auch für die Denkarbeit eine wichtige Rolle spielen, etwa Raumvorstellung oder Konzentrationsfähigkeit. Entsprechend können sich psychomotorische Schwierigkeiten (etwa motorische Unruhe) nicht nur in Bewegungsproblemen, sondern auch in Lern- und Leistungsdefiziten ausdrücken.

Deshalb ist Bewegungsförderung auch für den Kindergarten und die Schule ausgesprochen wertvoll. Die Bewegungsmöglichkeiten eines Kindes geben Hinweise auf dessen Entwicklung insgesamt und mit Bewegungsaktivitäten kann die ganze Person angesprochen werden.

Zum körperlichen Wohlbefinden trägt zudem das Ernährungsverhalten bei, auch hier ist nicht alles zum Besten bestellt. Deshalb fokussiert das Projekt auch die Aspekte der Ernährung.

Wer ist angesprochen?

Das Projekt ist vorderhand für Kindergärtnerinnen und Kindergärtner konzipiert. Voraussetzung ist, dass sich die Kindergärtnerinnen an acht Terminen über das Schuljahr 2008/09 verteilt mit der Projektleitung für Weiterbildungen treffen, um ihre Kompetenzen zu entwickeln.

Gleichzeitig werden die Innen- und Aussenräume der Beringer Kindergärten von den Kindergärtnerinnen analysiert und weiterentwickelt und so den Bewegungsbedürfnissen der Kinder angepasst.

Die Erfahrungen auch aus anderen Kantonen zeigen, dass die Kinder mit diesem Projekt Fortschritte in ihren motorischen Fähigkeiten machen, mutiger, selbstsicherer und konzentrierter werden und sich auch das Sozialverhalten verbessert.


Ursula Steinmann, Schulleiterin

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