179 Schülerinnen und Schüler sowie 18 Lehrende der Real- und Sekundarschule haben sich vom 23. - 25. März 2009 intensiv mit Natur und Umwelt auseinandergesetzt.
Für einmal standen für einen grösseren Schulanlass nicht Sport und Spiel sondern Alltagsprobleme im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler konnten aus vielen Projekten diejenigen auslesen, welche ihnen am besten zusagten. So waren die Gruppen nicht klassenweise sondern nach Interessen zusammengesetzt. Die Projekte griffen in verschiedener Weise ineinander. Bei all den besuchten Projekten konnte festgestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler engagiert mitmachten und von den Lehrpersonen auch sehr gut motiviert wurden. Das Wetter war für die Arbeiten draussen nicht immer optimal - aber eben "Natur". Da nicht alle Angebote besucht werden konnten, werden hier einige herausgepickt.
Auch Naturschutzgebiete brauchen Unterhalt
Bei den Unterhaltsarbeiten in den Naturschutzgebieten "Rossfähi" aber auch beim Pflegeeinsatz "Teufelsküche" wurde hart angepackt. Die Lehrpersonen waren gut vorbereitet und konnten auch auf die Unterstützung von Fachleuten zählen, sei es bei der Vorbereitung oder bei der Ausführung der Arbeiten. Nach einem Rundgang wurden die Arbeiten verteilt. In der "Rossfähi" galt es, Weiden zurückzuschneiden, umgestürzte Bäume zu zersägen und abzutransportieren und den Amphibienzaun zu kontrollieren und störende Pflanzen oder auch Unrat zu entfernen. Auch die "Besucherkanzel" sollte fachgerecht repariert werden, wobei u.a. auch die abgeschnittenen Weiden verwendet werden konnten. Die Jugendlichen arbeiteten in Zweiergruppen. Eine solche Gruppe hatte den Auftrag, Abfälle zu sammeln - und davon gab es recht viele. Etliche Abfälle waren an Ort und Stelle fortgeworfen worden, aber auch der Bach hatte einiges angeschwemmt. So schwamm u.a. auch ein Velohelm auf dem Teich. Bei der Teufelsküche mussten Bäume und Sträucher geschnitten werden, um wieder Licht ins Gelände zu bringen. Auch die Fusswege mussten wieder begehbar gemacht werden. Sodann wurde das Bachbett gereinigt. Mit Feuereifer machten sich die jungen Leute an die Arbeit, so dass die Arbeiten früher fertig waren als geplant.
Abfall - nicht immer Kunst!
Dass Abfall auch noch anders verwertet werden kann als über die KBA zu entsorgen, bewies die von Frau Beatrice Huber betreute Gruppe, die sich in Wegwerfkunst übte. Allerdings wurde angemerkt, dass es sich nicht um irgendwelche Abfälle handelte, die man entweder in der Rossfähi, rund ums Schulhaus oder sonst irgendwo gefunden hatte, sondern um "sauberen Abfall", den die Schülerinnen und Schüler mitgebracht hatten. Auch wenn diese "Verwertung" der Abfälle originell ist und dabei einige schöne Kunstwerke herausgekommen sind, gibt es doch zu denken, wie sorglos allgemein mit den Ressourcen umgegangen wird. Auch die Tatsache, dass der Pedell nach den Wochenenden ums Schulhaus herum oft ganze Haufen zusammenlesen muss, die gar nicht an Kunst erinnern, ist bedenklich!
Energie sparen
Interessante Ergebnisse brachte der "Energie-Check" des Schulhauses. Nachdem Pedell Hanspeter Stamm durch Heizung, Wasser- und Stromversorgung des Schulhauses geführt hatte, war die Werkstatt "E-Check" angesagt. Nebst den Lehrkräften Roland Trachsel und Markus Keller stand Herr Aeschlimann von den Städtischen Werken als versierter Fachmann zur Verfügung. Es wurde gemessen, verglichen und gerechnet. Dass durch einen tropfenden Wasserhahn während eines Jahres - je nach Intensität des Tropfens - einige Kubikmeter Wasser verloren gehen, regte zum Nachdenken an. Mit der Spardüse Aquaclic lassen sich grosse Mengen Wasser sparen. Bei der Elektrizität brachten die Berechnungen zutage, dass Geräte (TV oder Computer etc.), welche im Standby-Modus laufen, statt ausgeschaltet zu werden, den Stromverbrauch in die Höhe schnellen lassen. Grosse Sparmöglichkeiten ergeben sich auch, wenn die konventionellen Glühbirnen durch Stromsparlampen ersetzt werden. Dieses Ergebnis konnte buchstäblich mit den Händen gefühlt werden: Glühbirnen können nach kurzer Einschaltzeit nicht mehr angefasst werden, während Stromsparlampen nicht heiss werden. Auch das Wasserkochen braucht je nach Wärmequelle mehr oder weniger Strom.
Frisch vom Markt - gesund gekocht
Diesen Grundsatz haben die Kochlehrerinnen nicht nur theoretisch sondern sehr praktisch ausgeführt. Während am Montag beim Besuch auf dem Bio-Bauernhof feine Salate, Eier etc. erworben werden konnten, war am Dienstag ein Einkauf auf dem Markt in Schaffhausen angesagt. Die feinen Zutaten wurden von den hoch motivierten Schülerinnen und Schülern zu feinen Speisen verarbeitet. Dank kundiger Anleitung sind die Menüs gut geraten. Für das Mittagessen stand eine grosse Auswahl samt Dessertbuffet zur Verfügung.
Wasser - von der Quelle bis zur Kläranlage
Am Dienstagmorgen bewegte sich eine Velokolonne unter Führung von Ebbo Neumann Richtung Lieblosental, genauer gesagt zur "Holdertobelquelle". So erreichten alle - trotz Schneegestöber - gut aufgewärmt das "Holdertobel". Die Quelle sprudelte nicht aus dem Boden sondern ist in einem mit Eisendeckel verschlossenen Betonschacht gefasst. Zurück ging's zum Reservoir "Heiligbrünnli", wo Herr Waldvogel von den Städtischen Werken, welche für die Wasserversorgung Beringen zuständig sind, viel Interessantes über unser Wasser zu berichten wusste. Wasser ist ein Lebensmittel, dem man Sorge tragen muss. So sind die Anlagen gut überwacht und werden regelmässig kontrolliert und gewartet. Qualität ist oberstes Gebot. Alle Reservoirs der Gemeinde fassen zusammen über 2'000 m3 Wasser, davon entfallen 300 m3 auf das "Heiligbrünnli". Bei einem Verbrauch von ca. 400 lt. pro Tag und Person braucht es rechte Wasserreserven. Gleich unterhalb des "Heiligbrünnli" tritt das Bächlein zutage. Diesem folgte die Schar bis zur Pumpstation Tal, in deren Nähe die grösste Quelle der Gemeinde mit 2'000 Minutenlitern gefasst ist. Wenn das Wasser gebraucht ist, wird es zu Abwasser, und so ist es richtig, dass die Gruppe am Nachmittag noch die ARA Hallau, wo auch die Beringer Abwässer gereinigt werden, besichtigen konnte.
M. Schwyn